Richard David Precht im Gespräch mit Prof. Alena Buyx, Vorsitzende des Deutschen Ethikrats. / Nutzung des Fotos nur in Verbindung mit der Sendung inkl. Social Media / / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/7840 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke unter Beachtung ggf. genannter Nutzungsbedingungen honorarfrei. Veröffentlichung bitte mit Bildrechte-Hinweis.

 

 

Mainz (ots) –

Nie zuvor haben sich politische Entscheidungen stärker auf den Expertenrat gestützt als derzeit. Wie mächtig sind Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler heute, und gibt es auch noch die moralisch-geistigen Instanzen? Über „Moral und Macht in Zeiten des Umbruchs“ spricht Richard David Precht in seiner Sendung Sonntag, 9. Mai 2021, 23.40 Uhr, mit Prof. Alena Buyx, der Vorsitzenden des Deutschen Ethikrats.

In der Coronapandemie bestimmen die Einschätzungen und Ratschläge von Expertinnen und Experten die Maßnahmen der Politik und den Alltag der Menschen. Ist dies gut, fragt Richard David Precht, weil nun endlich durch Fachleute wissenschaftlich fundierte Entscheidungen gefunden würden? Und wer sind gegenwärtig überhaupt die moralischen Instanzen unseres Landes? Sind es tatsächlich noch die Bildungseliten oder längst Influencerinnen und Influencer, Persönlichkeiten wie Greta Thunberg?

Auch Prof. Alena Buyx attestiert der heutigen Meinungslandschaft im Gegensatz zu früher eine wachsende Komplexität. Im Ethikrat sieht sie aber eine Instanz, die sich um ein möglichst sachliches und ausgewogenes Bild bemüht. Sie betont die notwendige Wissenschaftlichkeit bei der Suche nach einem moralischen Leitfaden. Precht hält dagegen: Ethik, also das Nachdenken über Moral, sei nicht zwingend rein wissenschaftlich zu sehen. Jeder Mensch habe grundsätzlich das Recht und die Befähigung, moralisch zu urteilen. Gerade deshalb, so Buyx, sei es wichtig, dass Expertinnen und Experten sich damit beschäftigten, wie ein gelingender ethischer Gedankenaustausch stattfinden könne, um dem Pluralismus, aber auch dem Zusammenhalt der Gesellschaft Rechnung zu tragen. Buyx kritisiert in diesem Zusammenhang, dass die Politik in der Pandemie der engagierten Zivilgesellschaft zu wenig Gehör geschenkt habe.

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