Viele Jugendliche erleben die Pubertät als eine Phase großer Verunsicherung. Wer zum ersten Mal menstruiert, ist oft unzureichend aufgeklärt über das, was da im Körper passiert. Und immer noch sind viele Menschen der irrtümlichen Meinung, die Periode sei unhygienisch und etwas, das es zu verbergen gilt. Das kann zusätzlichen Druck auf Menstruierende ausüben. Zum Internationalen Tag der Menstruationshygiene am 28. Mai erklärt die Sozialpädagogin der SOS-Kinderdörfer Christine Piriwe aus Österreich Körperabläufe und gibt Tipps rund um die Menstruation. / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/1658 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke unter Beachtung ggf. genannter Nutzungsbedingungen honorarfrei. Veröffentlichung bitte mit Bildrechte-Hinweis.

 

 

München (ots) – Viele Jugendliche erleben die Pubertät als eine Phase großer Verunsicherung. Wer zum ersten Mal menstruiert, ist oft unzureichend aufgeklärt über das, was im Körper passiert. Und immer noch sind viele Menschen der irrtümlichen Meinung, die Periode sei unhygienisch und etwas, das es zu verbergen gilt. Das kann zusätzlichen Druck auf Menstruierende ausüben.

Zum Internationalen Tag der Menstruationshygiene am 28. Mai erklärt die SOS-Sozialpädagogin Christine Piriwe aus Österreich Körperabläufe und gibt Tipps rund um die Menstruation.

Body Facts

Was passiert bei der Menstruation im Körper?

Beginnend mit der Pubertät sorgen bestimmte Hormone dafür, dass ungefähr einmal monatlich eine Eizelle in einem der beiden Eierstöcke heranreift. Beim sogenannten „Eisprung“ wandert diese Eizelle in die Gebärmutter, die dafür Gebärmutterschleimhaut aufgebaut hat. Wird die Eizelle durch ein Spermium befruchtet, kann dort ein Embryo heranwachsen, eine Schwangerschaft entsteht. Wird die Eizelle nicht befruchtet, ist die Gebärmutterschleimhaut überflüssig und wird als Blutung abgestoßen, das ist die Menstruation.

Wann setzt sie ein und wie lange dauert sie?

Bei den meisten setzt die Menstruation im Alter zwischen zehn und siebzehn Jahren ein. Wenn sie erst später beginnt, kann das zum Beispiel hormonelle Gründe haben oder auch genetische. Wer unsicher ist, kann mit einem Gynäkologen oder einer Gynäkologin sprechen. Die Menstruationsdauer ist individuell und kann immer mal variieren, meist liegt sie bei drei bis sieben Tagen.

Was tun bei Regelschmerzen?

Vielen hilft Entspannung und Wärme, etwa mit Hilfe einer Wärmflasche auf dem Bauch oder eines heißen Bads. Andere schwören auf viel Bewegung oder Sport. Jede Person sollte ausprobieren, was ihr am besten hilft. Eine gynäkologische Untersuchung ist bei heftigen Unterleibsschmerzen oder sehr starker Blutung angeraten. Aber auch bei generellen Fragen zur Menstruation, Sex und/oder Verhütungsmitteln geben Gynäkolog:innen Auskunft, viele bieten dafür eine sogenannte „Mädchensprechstunde“ an.

Hygieneprodukte

Tampon, Binde oder eine umweltfreundlichere Alternative?

Jede Person muss herausfinden, womit sie sich am wohlsten fühlt. Neben Einwegbinden und Tampons gibt es umweltfreundliche Produkte wie Menstruationstassen, Stoffbinden oder Periodenunterwäsche, auch die werden in Drogerien angeboten. Viele praktizieren das sogenannte „Free Bleeding“. In dem Fall fängt kein Produkt das Menstruationsblut auf, stattdessen geht die Person auf die Toilette, wenn sich ein Blutungsschub ankündigt. Ob das eine gute Alternative ist, hängt von der Blutungsstärke, vom eigenen Körpergefühl und von etwas Erfahrung ab. Sicherheitshalber kann die Person noch ein Hygieneprodukt dabeihaben. Gründe, die für die umweltfreundlicheren Varianten sprechen: Menstruationsbinden etwa sind separat in Kunststoff verpackt und mit Kunststoff ausgekleidet, entsorgt werden sie oft in Plastiktüten. Und selbst Tampons, die aus biologischer und fair gehandelter Baumwolle sind, werden teilweise mit biologisch nicht abbaubaren Plastik-Applikatoren verkauft. Da kommt eine Menge Plastikmüll zusammen. Laut einer englischen Studie verbraucht jede menstruierende Person jährlich bis zu 250 Binden oder Tampons.

Wie oft sollte der Tampon gewechselt werden?

Ein Tampon sollte nach maximal sechs Stunden gewechselt werden. Er ist vollgesogen, wenn er schon durch leichtes Ziehen am Rückholband rauskommt. Je nach Menstruationsstärke und -tag, gegen Ende etwa wird die Blutung schwächer, kann der Tampon schon nach zwei, nach vier oder eben nach sechs Stunden gewechselt werden müssen.

Wie kommt der Tampon leichter raus?

Am leichtesten auswechselbar ist er in vollgesogenem Zustand. Ansonsten hilft es, in die Hocke zu gehen und ihn nach unten zu pressen. Wenn das Rückholband schlecht tastbar ist, mit Daumen und Zeigefinger nach dem Tampon greifen. Wenn das nicht hilft: Ruhe bewahren, das kann schon mal passieren! Ein:eine Gynäkolog:in kann ihn ganz sicher rausholen.

Schluss mit Tabus und Mythen

Die Menstruation hat NICHTS mit Schmutzigkeit zu tun.

Viele Spots, die für Einweg-Hygieneprodukte werben, verstärken Tabus, indem sie betonen, dass die Menstruation möglichst geheim gehalten werden muss, Stichwort „Diskretion“. Auch ersetzt in der Werbung meist eine blaue Flüssigkeit das Menstruationsblut, um die Absorptionsfähigkeit des Produktes zu demonstrieren. All‘ das impliziert indirekt, dass die Menstruation eine Hygienekrise ist, dass sie eine Person beschmutzt. Das stimmt nicht! Die Menstruation ist etwas ganz Natürliches und ein gesunder körperlicher Prozess.

Tampons können nicht im Körper verschwinden.

Dass ein Tampon im Körper verschwindet oder in die Gebärmutter gelangt, ist ausgeschlossen. Die Gebärmutteröffnung ist zu klein, der Tampon passt da nicht durch.

Sex während der Menstruation ist okay.

Aus gesundheitlicher Sicht ist Sex während der Menstruation total okay. Voraussetzung ist, dass beide Lust darauf haben. Manche mögen das gar nicht, andere haben dann sogar mehr Lust als sonst, auch das ist individuell verschieden. Es hilft, mit dem:der Partner:in die eigene Einstellung zu besprechen. Kann sich eine:r das überhaupt nicht vorstellen, muss der:die andere das akzeptieren. Wenn beide es wollen, muss der Tampon vor dem Sex rausgenommen werden. Ersatzweise können sogenannte „Softtampons“ benutzt werden. Das sind kleine, weiche Schwämmchen ohne Rückholband, die sich mit etwas Geschick und Übung gut entfernen lassen, gibt’s in der Drogerie/Apotheke.

Wichtig: Beim Sex während der Menstruation trotzdem verhüten.

Pressekontakt:

Für weitere Informationen wenden Sie sich bitte an:

Boris Breyer
Stellvertretender Pressesprecher
SOS-Kinderdörfer weltweit
Tel.: 089/179 14-287
E-Mail: boris.breyer@sos-kd.org
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