Martin Gehrke, iGZ-Vertreter in den VBG-Gremien, fordert im Interview, die Zeitarbeit nicht mit Werkverträgen in einen Topf zu werfen. / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/70553 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: „obs/iGZ Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V./iGZ e.V.“

 

 

Münster (ots) – Die geplante Abstimmung über das Arbeitsschutzkontrollgesetz im Bundestag wurde jetzt von der Tagesordnung genommen. Hauptstreitpunkt ist die Zeitarbeit, denn laut Gesetzentwurf soll in der Fleischindustrie ab 1. April 2021 neben Werkverträgen auch der Einsatz von Zeitarbeit verboten sein. Das sieht man in der CDU/CSU kritisch – das Verbot raube den Betrieben die nötige Flexibilität in Zeiten besonders hoher Nachfrage. In einem Interview äußerte sich Martin Gehrke, Vertreter des iGZ in den Gremien der Verwaltungs-Berufsgenossenschaft (VBG) und Fachkraft für Arbeitssicherheit, über die Zeitarbeit in der Fleischindustrie:

Auch die Zeitarbeit soll im Rahmen des geplanten Arbeitsschutzkontrollgesetzes in der Fleischindustrie verboten werden. Können Sie das als Arbeitsschützer nachvollziehen?

Nein. Mir ist nicht bekannt, dass die Zeitarbeit in Bezug auf Arbeitsschutzverstöße im Bereich der Fleischindustrie besonders auffällig wäre. Das hat uns auf unsere Anfrage auch die VBG bestätigt. Wer uns in einen Topf mit den Werkverträgen wirft, hat leider die Zeitarbeit nicht verstanden.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil spricht im Zusammenhang mit den Vorgängen in der Fleischindustrie von einer „organisierten Verantwortungslosigkeit“. Trifft das auch auf die Zeitarbeit zu?

Fernliegender könnte eine Beschreibung kaum sein. Bei der Zeitarbeit gibt es keine geteilte Verantwortung, sondern eine doppelte. Gemeinsam sorgen beide Partner, Personaldienstleister und Einsatzbetrieb, für den Arbeitsschutz. Das ist nicht nur im Gesetz und den zusammen mit der VBG und Deutsche Gesetzliche Unfallversicherung (DGUV) erarbeiteten Unfallverhütungsvorschriften so, sondern auch in der Wirklichkeit. Bei der Zeitarbeit ist es ja gerade so, dass Stammarbeitskräfte und Zeitarbeitskräfte zusammen in Teams arbeiten. Selbst wenn der Einsatzbetrieb den unlauteren Gedanken haben sollte, die Zeitarbeitskräfte schlechter zu schützen als seine Stammarbeitskräfte: Wie soll das funktionieren, wenn beide nebeneinander im Betrieb arbeiten?

Sind das wirklich alles nur Vorurteile und Klischees oder ist Zeitarbeit nicht doch einfach gefährlicher?

Lassen wir die Fakten sprechen: Die Anzahl der Arbeitsunfälle pro 1.000 Versicherte ist von 2008 bis 2017 um über 36 Prozent zurückgegangen. Was manche verwechseln, ist, dass Unfälle nicht deshalb passieren, weil Arbeitnehmer in der Zeitarbeit arbeiten, sondern deshalb, weil Arbeitnehmer eine vergleichsweise gefährliche Tätigkeit ausüben. Die Zeitarbeitskräfte sind weit überdurchschnittlich im Helferbereich und im gewerblichen Bereich tätig. Da passieren natürlich mehr Unfälle als im Büro, wo einem schlimmstenfalls mal der Locher auf den Fuß fällt. Wenn man nun also die absoluten Zahlen nimmt und sie mit Branchen vergleicht, in denen zu einem weit größeren Anteil Büroarbeit geleistet wird, ist das ein Vergleich zwischen Äpfel und Birnen.

Pressekontakt:

Wolfram Linke
iGZ-Pressesprecher
Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V.
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Albersloher Weg 10
48155 Münster
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