Von links: Franz Schaufler, Volker Reim (beide BG ETEM), Dr. Sebastian Gottwald (anacision), Jörg Botti, Dr. Johannes Hüdepohl (beide BG ETEM), Markus Frohnwald (anacisison) / Weiterer Text über ots und www.presseportal.de/nr/18978 / Die Verwendung dieses Bildes ist für redaktionelle Zwecke honorarfrei. Veröffentlichung bitte unter Quellenangabe: „obs/BG ETEM – Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse/Andrew Graumann“

 

 

Köln (ots) – Wenn Arbeits- und Wegeunfälle durch betriebsfremde Dritte verursacht werden, versucht die Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse (BG ETEM) die Verursacher in Regress zu nehmen. Die Mitgliedsbetriebe der BG ETEM werden so von Kosten entlastet. Seit Kurzem wird die Regressabteilung der BG ETEM durch künstliche Intelligenz (KI) unterstützt. Dafür wurde die BG ETEM jetzt bei dem 19. eGovernment-Wettbewerb mit dem ersten Preis in der Kategorie „Bestes Projekt zum Einsatz innovativer Technologien 2020“ ausgezeichnet. Die Preisverleihung fand am 22. September in Berlin statt.

Vor der Einführung eines KI-gestützten Verfahrens musste in der Regressabteilung viel Handarbeit geleistet werden. Rund 55.000 meldepflichtige Arbeitsunfälle wurden jährlich manuell von den Sachbearbeiterinnen und Sachbearbeitern geprüft. Insgesamt ca. 180.000 meldepflichtige und nichtmeldepflichtige Arbeitsunfälle pro Jahr gelangen in die Unfallsachbearbeitung. Neben einem hohen Personalaufwand hatte dieses Verfahren noch einen weiteren Nachteil: Manche Regressfälle wurden nicht entdeckt. Dadurch gingen Regress-Einnahmen verloren.

Künstliche Intelligenz analysiert – menschliche Intelligenz entscheidet

Mithilfe von KI wurde ein Verfahren entwickelt, welches die Information über den Regressausgang von Millionen abgeschlossen Unfällen nutzt, um neue Unfälle frühzeitig auf ihre Erfolgsaussichten im Regressverfahren zu bewerten. Zusätzlich wurde ein Textmining-Algorithmus integriert, der Schlagwörter in der Unfallbeschreibung findet, kategorisiert und so zusätzliche Informationen für schwer einzuschätzende Regressfälle liefert.

Das neue Verfahren wurde in enger Zusammenarbeit mit den Beschäftigten der Regressabteilung fachlich geprüft und validiert. Das neue Verfahren stellt der Regressabteilung die Informationen und KI-Prognosen aller neuen Unfälle wöchentlich über ein eigens entwickeltes Online-Tool zur Verfügung. „Die Entscheidung, für welche Fälle ein Regressverfahren gestartet wird, liegt weiter bei einem Menschen, wird jedoch durch das Tool enorm erleichtert“, unterstreicht Jörg Botti, Mitglied der Geschäftsführung der BG ETEM.

Die BG ETEM stellte ihr Regressverfahren nach einer dreimonatigen Testphase erfolgreich im Dezember 2019 auf das neue datengetriebene Verfahren um. Durch die Umstellung des bisherigen manuellen Vorscreenings auf konsequent KI-unterstützte Vorprüfung werden Fälle mit höherer Erfolgswahrscheinlichkeit bearbeitet und die Gesamteinnahmen gesteigert.

Innovatives Verfahren

Besonders innovativ ist der Einsatz einer KI, die aus den Informationen und Regressausgängen von über 1 Million vergangener Unfälle gelernt hat, Fälle hinsichtlich ihres Regresserfolgs und der voraussichtlich anfallenden Gesamtkosten zu bewerten. Das System nutzt hierbei nicht nur die kollektive Fallerfahrung aller Bezirksverwaltungen, sondern lernt auch wöchentlich anhand des Regresserfolgs neuer Fälle hinzu, wodurch die Qualität der Prognosen stetig verbessert wird.

Ein weiterer innovativer Aspekt ist der unterstützende Einsatz der KI. Die Bewertung der Unfälle erfolgt automatisiert und die Bewertungsergebnisse werden für die Regressabteilung aufbereitet. Die Auswahl der zu bearbeitenden Fälle erfolgt aber weiterhin durch Menschen. Auf Basis der aggregierten Information wählen qualifizierte Beschäftigte der Abteilung Regress die Unfälle für die Detailprüfung aus.

Mitgliedsbetriebe profitieren

Bereits in der Entwicklungsphase konnten durch den Einsatz der KI zusätzliche Arbeitsunfälle als Regressfälle identifiziert werden. Durch diese zusätzlichen Fälle wurden bislang Mehreinnahmen von ca. 1,1 Mio. Euro erzielt, die ohne den Einsatz der KI der BG ETEM entgangen und somit nicht den Mitgliedsbetrieben zugutegekommen wären. Gesteigerte Regresseinnahmen leisten einen Beitrag, die Mitgliedsbetriebe der BG ETEM künftig stärker als bisher hinsichtlich der Mitgliedsbeiträge zu entlasten. Die Unterstützung weiterer Prozesse durch KI ist in Vorbereitung.

Hintergrund BG ETEM

Die BG ETEM ist die gesetzliche Unfallversicherung für rund vier Millionen Beschäftigte in gut 200.000 Mitgliedsbetrieben. Sie kümmert sich um Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz in den Mitgliedsbetrieben sowie um Rehabilitation und Entschädigung von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten. Für ihre Mitgliedsunternehmen übernimmt die BG ETEM die Haftung für die gesundheitlichen Folgen von Arbeitsunfällen und Berufskrankheiten gegenüber den Beschäftigten und stellt diese auch untereinander von der Haftung frei.

Pressekontakt:

Christian Sprotte
Pressesprecher
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Berufsgenossenschaft Energie Textil Elektro Medienerzeugnisse
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